Heftige Strassenkämpfe in Sucre

zurück   drucken  

Sonntagmorgen. Ein wenig Ruhe liegt über der Stadt Sucre. Die Pneus von gestern Nacht sind abgebrannt, liegen als Skelette auf den Kreuzungen des Zentrums. Auch auf dem kleinen Platz gleich hinter unserem Haus liegt einer. Doch ausser Halsschmerzen und dumpfem Kopf vom Rauch in der Nacht geht es uns gut.

Fam. Moser in recoletaDie politische Situation eskaliert. Eine friedliche Lösung des Konflikts ist nicht mehr in Sicht. Die ersten Menschenleben wurden gestern geopfert. Es macht uns traurig, das alles mit ansehen zu müssen. Wir denken, dass all dies in einem geprügelten Land wie Bolivien nicht nötig wäre. Bis vor Tagen noch hatten wir gehofft, dass es doch genug Kräfte in Bolivien gebe, denen das ganze Land und seine Entwicklung wichtiger sei als Einzelinteressen. Doch die Hoffnung schwindet. Einiges wird man vielleicht auch in Europa den Medien entnehmen. Wir wollen hier keine Analyse versuchen.

Für allfällige Besorgte möchten wir nur rasch mitteilen, dass es uns gut und dass wir vorderhand einen angehend normalen Alltag leben, ohne konkret um Gut und Leben zu fürchten. (Dass die Schulen oft geschlossen sind, spielt am Ende des Schuljahres kaum noch eine Rolle.) Im Vordergrund stehen für uns nach wie vor alle Bemühungen, der Anlaufstelle einen guten Start zu bereiten. Und wir freuen uns darauf, sie im Provisorium am kommenden Sonntag mit einem Grillfest einzuweihen, falls die Umstände es erlauben.

Anlaufstelle

Infos in spanischer Sprache: www.laconstituyente.org