Letzter Reiseabschnitt

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Nach fast sechs Wochen Frachtschiffreise ist der Morgen bewegend, an dem wir in Buenos Aires definitiv an Land gehen. Die Zollformalitäten brauchen Geduld, aber schliesslich sind wir frei.

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In einer Jugendherberge verbringen wir ein paar Nächte. Benjamins Wespengiftbehandlung läuft gut ab, und bald fahren wir los gegen Norden.

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Die ersten Tage sind landschaftlich einheitlich: Nach dem Meistern der Stadtausfahrt säumen endlose Felder und Weiden mit riesigen Kuhherden die Strasse. Tagsüber ist die Fahrt heiss, nachts ist es kalt, und wir wickeln uns warm in unseren Autos ein. Obwohl wir grosse Distanzen nach Norden zurücklegen und also näher zum Äquator kommen, wird es nur vorübergehend wärmer: Ein selten kalter "Surazo" holt uns ein und macht uns mit Nebel und Kälte zu schaffen.

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Nach ein paar Tagen wird die Gegend plötzlich sehr abwechslungsreich: Durch einen Nebelwald schraubt sich die Strasse zu einem Pass hinauf.

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Auf der Höhe machen wir eine kurze Rast, um Laila zu bejubeln, die gerade bis Tausend gezählt hat,

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und zum Fotografieren

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Abends suchen wir wie immer einen etwas versteckten Platz, wo wir die Autos abstellen und übernachten können. Das Camping-
Frühstück morgens geniessen wir manchmal vor eindrücklicher Landschaft, wenn auch so warm wie möglich angezogen.

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Nach acht Tagen unterwegs an Land erreichen wir endlich die bolivianische Grenze. In weniger als zwei Stunden bewältigen wir die Zollformalitäten, und nun dürfen wir bei Bermejo in unsere zweite Heimat hineinfahren. Einige Stunden weiter besuchen wir einen Schweizer Kollegen aus früheren Jahren und am nächsten Tag eine bolivianische Familie ganz in der Nähe. Dann geniessen wir für ein paar Stunden Tarija, eine Stadt, in der wir schon früher einmal waren.

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Von nun an ist kaum mehr eine Strasse asphaltiert. Stundenlang geht es durch den Staub bergan, bis über 3'800 m. ü. M., dann wieder ins Tal und wieder hoch

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Betroffen sehen wir unter uns im Hang die zerschmetterten Teile eines Überlandbusses, der tags zuvor von der Strasse abkam und mindestens acht Menschen in den Tod riss.

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Schliesslich erreichen wir das Altiplano im Depar-
tamento von Potosí. In einem Dorf mit eindrück-
licher Geschichte empfiehlt man uns eine Abkürzung, so dass wir nicht bis Potosí müssen. Nun wäre es nicht mehr weit bis Sucre und die Landschaft ist schön, aber der Zustand der "Strasse" macht das Reisen sehr mühsam. Die Löcher im Weg werden immer tiefer, es geht über tausend Steine und durch etliche Wasserläufe. Es wird dunkel, aber zum Übernachten ist es uns zu hoch und zu kalt. Das wunderbare Honigglas, das wir im Süden geschenkt bekamen, hält den Erschütterungen nicht stand, und der Citroën verliert sein ganzes Hydrauliköl, was Leo aber zum Glück im Licht einer Taschenlampe entdecken und ersetzen kann.

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Auf asphaltierter Strasse wieder haben wir es in der Nacht doch noch bis in die Nähe von Sucre geschafft, wo wir zum letzten Mal übernachten.

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Der letzte Morgen unserer Reise ist strahlend schön. Wir geniessen die Sonne mit ihrer wärmenden Kraft während unserem letzten Reisefrühstück. Die Freude ist riesig, und so fahren wir bald los, gespannt darauf, nach 60 Tagen Reise endlich in Sucre anzukommen.

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