Hilferuf (12.04.08)

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Wer kann Delinas Behandlung finanziell unterstützen?

krankenbett.jpgGestern habe ich Delina Plata im Hospital Santa Barbara besucht. Elizabeth war schon Tage vorher bei ihr, ich aber wollte meine Grippe erst abklingen lassen, um Delina keiner Ansteckungsgefahr auszusetzen. Nun werde ich Delina vor unserer Abreise nur noch einmal besuchen können, aber das habe ich ihr fest versprochen und darauf freut sie sich. In der halben Stunde, in der ich sie kennen lernte, habe ich mich gleich mit ihr angefreundet. Sie hat ja auch keine andere Möglichkeit, als darauf zu warten, dass wir Menschen ihrer Umwelt ihr helfen und beistehen. Und ich habe versprochen, Delina einen kleinen Game-Boy mitzubringen, damit sie sich die Zeit vertreiben kann.

Es ist eigenartig, wie der Unfall von Delina an mich herangekommen ist: Vor mehr als einem Monat traf ich auf der Strasse eine Bekannte, die mir aufgewühlt erzählte, eben sei in der Nähe ihrer Wohnung ein junges Mädchen von einem Lastwagen überfahren worden. Das Mädchen sei bei vollem Bewusstsein und schreie herzzerreissend, aber der Krankenwagen komme und komme einfach nicht. Sie habe es nicht mehr mitanhören können, es seien so viele Leute dagewesen und da sei sie gegangen. Ich war tief betroffen, fürchtete, es könnte sich um eine Schulkameradin von Manuel handeln, weil der Unfall offenbar in der Nähe und zum Zeitpunkt des Eintritt passiert war. Endlich hörten wir den Krankenwagen vorbeibrausen.

Die Sache beschäftigte mich tagelang. Es war niemand aus Manuels Franziskanerschule. Ich hörte nichts mehr. Immer wieder dachte ich, Sabine hätte doch dableiben und wenigstens für richtige Nothilfe schauen müssen. Aber nun war es ja zu spät.

Nach einem Monat erzählte Doña Margarita, unsere Hilfskraft in Sinp’arispa, von einem jungen Mädchen, das vom Kehrichtwagen überfahren worden sei und dabei beide Beine und sogar das Hinterteil verloren habe. Ihre Tochter pflege die Verunfallte in der Intensivstation im Hospital Santa Barbara. Es sei ein Jammer, wie das Mädchen leide. Ob wir sie nicht besuchen und etwas unternehmen könnten.

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass Delina ihre Beine noch hat und im besten Fall sogar wieder ganz gesund werden kann.

Delina hatte ihre Arbeit als Dienstmädchen am Tag vor dem Unfall verlassen, weil sie schlecht behandelt worden war, und wie gewöhnlich die Abendschule besucht. Am folgenden Tag hatte sie den Kehricht zum Wagen gebracht, und einen Beutel davon, der ihr heruntergefallen war, wieder aufheben und auch noch mitgeben wollen. Da war der Wagen aber schon angefahren, der Chauffeur sah sie nicht, und Delina wurde auf dem Kopfsteinpflaster ein gutes Stück weit mitgeschleift. Dadurch verlor sie die Hälfte der Hautflächen der Beine und am Hintern liegen die Knochen sogar blank. Haut für Transplantationen ist keine mehr vorhanden und sogar Muskelfleisch für die Wiederherstellung des Darmausgangs fehlt. Delinas Beine und ein Knie weisen mehrere Knochenbrüche auf, die bisher noch nicht behandelt wurden. Ihre Schmerzen sind schrecklich.

In Bolivien wird nur behandelt, was bezahlt ist. Gott sei dank hat die Vericherung des Kehrichtfahrers in der ersten Zeit die Spitalkosten übernommen. Aber nun ist dies schon seit Wochen ausgeschöpft. Delinas Behandlung kostet täglich zwei bis drei gesetzliche Mindestmonatslöhne. Der Anwalt der Kehrichtfirma kümmert sich rührend um Delina, besucht sie mehrfach täglich und kämpft mit allen Mitteln um Unterstützungsgelder. Feste werden zur Finanzierung organisiert, Kameradinnen sammeln in den Strassen mit Blechbüchsen, in den Schulen werden Sammlungen durchgeführt und in der Herkunftsgemeinde von Delina. Aber das gesammelte Geld reicht bei weitem nicht aus. Delinas Vater ist wieder auf seinen Bauernhof zurückgekehrt, Mutter hat sie keine, aber ihr jüngerer Bruder ist noch in der Stadt und gibt ihr jeden Tag das Essen ein. Sie macht sich Sorgen um ihn – sie hatte doch immer für ihn mitverdient.

Gestern waren, wie alle zwei Tage, Delinas Wunden am Vormittag gesäubert worden. Das muss im Operationssaal unter Halbanästhesie geschehen. Anschliessend bekommt Delina kein Mittagessen. Ab drei Uhr dürfte sie wieder essen und trinken, aber da lasse man ihren Bruder mit dem auswärts besorgten Essen nicht zu ihr herein, weil keine Besuchszeit sei. Also muss sie bis am Abend fasten. Als ich zu ihr kam, klagte sie über Schmerzen und Kälte. Der Rücken schmerze sie– sie kann sich im Bett ja gar nicht bewegen – und sie friere so. Die Schwester sage, das sei nur ihr Eindruck, es sei ja nicht kalt und sie sei über dem Hautschutzzelt ja warm zugedeckt. Ich lief sofort in die nächste Apotheke und besorgte eine Wärmflasche. Es brauchte allerdings einigen Einsatz, bis die Schwester sie füllte (Es gibt hier keine Warmwasserhahnen...) Schliesslich durfte Delina sich aufwärmen. Aber die Schmerzen, vor allem die der Brüche, nahmen zu. „Mein Gott, mein Gott, ich kann es nicht mehr ertragen. Dreht mich doch wenigstens auf den Rücken.“ Schliesslich wurden zwei Pfleger geholt, um Delina zu drehen und ich musste raus. „Wenn ich weine, schelten mich die Krankenschwestern. Und wenn kein Geld da ist, wollen sie mir keine Schmerzmittel geben“, hatte mir Delina erzählt.

delina.jpgIn Sinp’arispa organisieren wir eine Besuchsgruppe. Jeden Tag soll wenigstens eine unserer jungen Frauen Delina besuchen. Und das über Monate. Delina freut sich jetzt schon auf den Tag, an dem sie die Anlaufstelle erleben kann.

 

Bitte helft mit, Delinas Genesung voranzubringen! Ihre Brüche müssen dringend mit Platinplatten in Ordnung gebracht werden. Jede Spende hilft ihr!

 

Kontakt: Isabelle Eiche, Reigoldswil, 061/941 24 27 (Administration) oder

Pfarrei St. Anton Pratteln, 061/821 52 63

Spenden bitte rasch mit Vermerk „Delina“ auf das Konto des Trägervereins überweisen: Basellandschaftlich Kantonalbank, Pfarrei St. Anton Pratteln,BLKB Pratteln, Anlaufstelle Sucre, Nr. 42 2.227.154.15

für Einzahlungen aus dem Ausland:
BIC: BLKB CH 22;
IBAN: CH72 0076 9042 2227 1541 5

 
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