GV Rückblick 11.06.2013

Eines der prägnantesten Reigoldswilerhäuser ist das an der Schmittengasse liegende Haus zum Feld. Es beherbergt in seinem Erdgeschoss und dem dazugehörenden Schopf das Ortsmuseum Reigoldswils und der umliegenden Dörfer - und es gehört der Sekundarschule.

Hier durften wir unsere GV dieses Jahr abhalten. Mit einem Bericht von Manuel, auf den wir später noch eingehen.

Museum zum Feld    Geschichte zum Museum   

Wir wurden in einer kurzen Einführung, in die Geschichte des Dorfmuseum im Feld eingeführt, weiter wurde auch vom letzten Bewohner "Feldruedi", Johann-Rudolf Plattner erzählt und bald darauf ging auch schon die Führung los in die verschiedenen Räumen des Dorfmuseums.

Alter Webstuhl   

Wir gingen durch einige Räume und bald darauf standen wir vor einem Webstuhl, der mit ein paar Handgriffen in Bewegung gebracht wurde und ein lautes Klacken von sich gab.

Es ging nicht lange, und schon kam die erste Panne, der Faden riss. Aber mit geschickten Händen fädelte der Museumsführer schnell den Faden wieder ein, und der Webstuhl lief weiter mit seinem gewohnten Klacken.

   Webstuhl Panne
Webstuhl-Schiffchen   

Das Webstuhlschiffchen wurde aus Buchenholz hergestellt, weil Buchenholz eine gute Schmiereigenschaft besitzt, dies erzählte der Museumsführer bei seiner Demonstration, und erklärte noch weitere Details über den Aufbau und das ganze Drumherum.

Der Heimposamenterberuf war sehr hart, bis 16 Stunden verbrachten die Posamenterinnen am Tag am Webstuhl, manchmal auch mehr und dafür bekamen sie gerade mal 5 Franken Tageslohn bezahlt. Kam noch dazu, dass man den ganzen Tag dem Lärm des Webstuhles ausgesetzt war, den der Webstuhl verursachte. Die Seidenherren wollten die Posamenter mit Geldscheinen entlohnen, doch im Fünflibertal hatte man damals kein Vertrauen in Papiergeld und bevorzugte es lieber den Lohn in Fünflibern ausbezahlt zu bekommen. Papiergeld konnte man zerreissen und es hätte keinen Wert mehr gehabt, jedoch einen Fünfliber (Fünffranken-Stück) nicht und ausserdem bestand er auch noch aus Silber. So entstand der Name Fünflibertal.

   Gut beobachtet
Begrüssung durch die Präsidentin   

Die Präsidentin Elisabeth Augstburger, begrüsste die Anwesenden, und schilderte in einer Kurzfassung das Geschehene bis zu dieser GV. Sie bedankte sich bei Manuel für seinen Einsatz in Sucre.

Manuel erzählt   

Er erzählte von seinen Arbeiten und zeigte Bilder der Bauten und des Alltags in der Anlaufstelle. Am kritischsten war der Zustand der Notschlafstelle. Die Rückseite des Häuschens wurde durch Erde und Feuchtigkeit vom Nachbargrundstück eingedrückt.

Sucre Notschlafstelle   

Es galt die instabile Rückwand durch eine neue Betonmauer zu ersetzten. Und Manuel erreichte mit schweizerischer Diplomatie das, was andere fünf Jahre lang versucht hatten: Die Nachbarn bauten endlich einen Entwässerungsgraben, um die Mauer zu entlasten. Damit nicht genug. Da gab es Holztore neu zu lackieren, Schimmel zu bekämpfen, Dachrinnen, Flutlichter und Vorhangstangen zu montieren und eine Trennmauer hochzuziehen, um die Einbruchgefahr zu reduzieren.

Gespanntes Zzuhören   

Neben der Renovierung hat Manuel auch am Alltag in der Anlaufstelle teilgenommen. Er erzählte, wie wichtig neben der Zuflucht auch die aktive Unterstützung ist. Den Dienstmädchen wird neben Alphabetisierungskursen auch juristische Hilfe angeboten. Am Wochenende kommen um die 20 Frauen, um zusammen die Freizeit zu verbringen und sich auszutauschen.

Inforveranstaltung Inforveranstaltung

Nach dieser sehr spannenden Vorführung, hatten wir alle Durst und Appetit bekommen und gönnten uns im Raum nebenan, eine Verpflegung mit Snacks und anderen Gaumenfreuden.

Bericht von Ronya Saladin und Silja Wassmer, Ziefen und Thomas Meier, Allschwil.